Was macht eigentlich ein Social Media Manager?

Ich arbeite beruflich unter anderem als Social Media Manager. Ein Aufgabengebiet, welches häufig genug Fragen aufwirft:

Du bist Social Media Manager? Das heißt du kannst den ganzen Tag bei Facebook online sein und wirst auch noch dafür bezahlt?

Ähm. Nein. Nicht ganz. Irgendwie nicht einmal nah dran. Natürlich bin ich viel bei Facebook online. Und bei Twitter. Und bei Google+. Und bei pinterest. Und bei einem riesigen Haufen anderer Websites. Aber das ist eben noch lange nicht alles.

Der Social Media Manager als Dolmetscher

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Ein Social Media Manager ist das Bindeglied und der Dolmetscher zwischen betroffenen Fachabteilungen innerhalb eines Unternehmens. Und im Grunde genommen gibt es fast keine Abteilung, die nicht betroffen ist. Denn jede Abteilung hat entweder mit den Kunden, dem Produkt bzw. der Dienstleistung oder den internen Prozessen zu tun. All diese Punkte werden von Social Media tangiert!

Neue Impulse und Anstösse

Natürlich ist ein Social Media Manager auch für die entsprechenden Kommunikations-Kanäle zuständig. Aber es sind eben nur „neue Kanäle“! Die primäre Verantwortung eines Social Media Managers ist es, Denkprozesse anzustoßen, neue Impulse ins Unternehmen zu bringen und im besten Fall sogar Unternehmensstrukturen zu verändern. Warum? Weil die wichtigste Aufgabe eines Social Media Managers ist, die Bedürfnisse des Kunden zu verstehen, dieses Verständnis in das Unternehmen zu transportieren und entsprechende Konsequenzen zu ziehen.

Neue Kommunkations-Kanäle

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Wenn ein Kunde ein Produkt kauft oder eine Dienstleistung in Anspruch nimmt, spricht er darüber. Das ist nicht neu, das war schon immer so. Neu ist aber die Reichweite. Früher hat der Kunde mit seinen Nachbarn gesprochen. Später dann über Rezensionen mit einem etwas größeren Publikum. Heute kann jeder mit Millionen anderen Menschen sprechen. Gleichzeitig. Sofort. Es wird alles immer transparenter. Gleichzeitig werden Kunden anspruchsvoller und neugieriger. Es ist heute wenig aufwändig, sich schon vor dem Kauf eines Produktes darüber zu informieren, ob das Produkt wirklich hält, was es verspricht. Oder wie Reklamationen üblicherweise ablaufen. Auch ob das Produkt umweltschonend und ohne Kinderarbeit hergestellt wird. Oder, oder, oder.

Die Punktefrau hat das sehr schön zusammengefasst:

Der Social Media Manager sollte sein Unternehmen auf dem Weg des digitalen Wandels begleiten und Impulse liefern.

Was eigentlich schon die komplette Job-Beschreibung eines Social Media Managers ist. Etwas detaillierter gesagt muss ein Social Media Manager Antworten auf folgende Fragen finden:

Was macht der digitale Wandel und das Social Web mit meinem Unternehmen? Welche Konsequenzen haben diese Entwicklungen für mich als Arbeitnehmer? (Das betrifft unter anderem Vertriebsmitarbeiter, den CEO, den Vorstand, die Kommunikations- und Marketingabteilung.) Was bedeutet das für meine Produkte und/oder Dienstleistungen? Welchen Einfluss hat das auf meine Zielgruppen, Geschäftspartner bzw. Konsumenten?

Sind die Antworten auf diese Fragen gefunden, muss sich das Unternehmen strategisch daran ausrichten. Ein langwieriger Prozess, der entsprechend aufwändig ist und in vielen Fällen nur in kleinen Schritten vorangeht.

Mehr „Social Media“

Aber auch noch ganz andere Bereiche können ganz oder teilweise zum Aufgabengebiet des Social Media Managers gehören:

  • Vielfach die komplette Kommunikation auf den entsprechenden Kanälen. Dazu müssen Redaktionspläne erstellt und intern abgestimmt werden. Anschließend muss der Inhalt produziert, veredelt und veröffentlicht werden.
  • Kontinuierliches Monitoring und ständige Analyse aller Kanäle.
  • Marktbeobachtung um niemals das „next big thing“ zu verpassen und auch auf minimale Richtungsänderungen des digitalen Wandels sofort reagieren zu können.
  • Weiterbildung um jederzeit vollständig über jegliche Entwicklung informiert zu sein. Das fängt bei Themen zur Suchmaschinenoptimierung an und hört bei Apps, Tools, Bildbearbeitung und Kommunikationstheorie noch lange nicht auf.
  • Rechtlichen Rahmenbedingungen und Datenschutz
  • Pressearbeit im Social Web
  • Enterprise 2.0, Crowdsourcing, Social Commerce

Aus- & Weiterbildung: Social Media Manager (IHK)

Social Media Manager (IHK)
Social Media Manager (IHK)

Es gibt diverse Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote zum Thema Social Media Management. Unter anderen bietet auch die IHK einen Zertifikatslehrgang an, den ich in den letzten Monaten besucht und mit einer Prüfung erfolgreich abgeschlossen habe. Ich darf also in Zukunft meiner Berufsbezeichnung „Social Media Manager“ noch ein „(IHK)“ anfügen um zu kennzeichnen, dass ich ein entsprechendes Zertifikat erworben habe. Auch das Seminar hatte natürlich ein umfangreiches Themen-Spektrum:

  • Hintergründe und Entwicklung der sozialen Medien
  • Social Media im Vergleich zu traditionellen Marketingkanälen
  • Social Media Strategy:
    Was es bei der Planung, Konzeption und Umsetzung zu beachten gibt
  • Rolle und Verantwortungsbereich eines Social Media Managers
  • Überblick Social Media: Plattformen und Marketingmöglichkeiten (u.a. Special Interest Portale, Bewertungsportale)
  • YouTube / Viral Video Marketing
  • Blogs und Microblogs (Twitter)
  • Facebook Marketing (Fan Pages, Fangewinnung, Facebook Ads, F-Commerce etc.)
  • Google+: Marketingmöglichkeiten beim Facebook-Konkurrenten
  • XING und LinkedIn: Marketing in den Business Netzwerken
  • Social Commerce – Der Nutzer als Basis des Geschäftsmodells
  • Crowd Sourcing – Innovation und Produktentwicklung durch Kundeneinbindung
  • Pressearbeit im Social Web
  • Suchmaschinenoptimierung von Social Media Inhalten
  • Online Reputation Management und Krisenmanagement
  • Social Media Monitoring: Erfolgsmessung und Aktivitätenkontrolle
  • Company 2.0: Social Media im Unternehmen
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Datenschutz
  • Dienstleister im Bereich Social Media